Gradlinig, aufrecht und pflichtbewusst, das sind die Eigenschaften, die den Sozialdemokraten Karl Heißmeyer vorrangig auszeichneten. Mit einem großen Herzen für die Anliegen kleiner Leute und einem unbestechlichen Gespür für Gerechtigkeit, so stand er ehrenamtlich als Bürgermeister dem Rat der Gemeinde Emmerthal vor und so hatte er den Respekt des gesamten Kreistages Hameln-Pyrmont.
Seit 1967 Mitglied der SPD, war er von 1968 bis 1972 Ratsherr in Kirchohsen, von 1972 bis 2001 Ratsherr in Emmerthal und von 1986 bis 2001 Bürgermeister der Gemeinde. Seit 1981 gehörte er dem Kreistag Hameln-Pyrmont an. Fünfzehn Jahre später wurde er zum Landrat gewählt und war bis 2005, dem Beginn der Hauptamtlichkeit an der Spitze des Kreises, in dieser Führungs- und Verantwortungsfunktion. Sein herausragendes Engagement wurde mit dem Wappenteller des Landkreises Hameln-Pyrmont und dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt.

Er war nicht immer ein bequemer Genosse, in seinen Überzeugungen gefestigt und doch guten Argumenten gegenüber aufgeschlossen. Seine langjährige Ausbilderfunktion in der Bundeswehr ließ ihn knapp sein in seinen Kommentaren und erfrischend klar, wenn Führung und Verantwortung bei ihm lagen. Schlechte Vorbereitung und unklare Positionierung ließ er nicht durchgehen, weder bei der Verwaltung, noch bei den Fraktionsmitgliedern. Und dennoch schimmerte bei aller Stringenz viel Menschlichkeit durch. Er hatte immer ein offenes Ohr für Kümmernisse, er war ein guter Zuhörer, ein Menschenversteher mit preußischen Tugenden.
Für ihn war unsere Bundesrepublik, unsere Demokratie mit ihrer Freiheit Verpflichtung, in der Politik Verantwortung zu übernehmen. Oft erzählte er von der Verfolgung seiner sozialdemokratischen Familienmitglieder während des Nationalsozialismus. Auch deshalb schloss er seine offiziellen Reden häufig mit dem Wunsch nach einem Weiterleben in „Frieden und Freiheit – mit Gottes Segen“.
Obwohl Politik wichtig war im Leben von Karl Heißmeyer. Wichtiger für ihn war seine Familie. Hier und in der Natur fand er Rückhalt, Verständnis und Erholung. Ehefrau, Kinder und besonders Enkelkinder waren sein ganzer Stolz. Neue Kraft schöpfte er bei der Jagd und im Wald.
Als er im Sommer 2005 aus der Kommunalpolitik ausschied, hat er eine große Lücke hinterlassen. Auch danach habe nicht nur ich immer wieder seinen Rat eingeholt und seine Rückmeldungen, Kommentare und Empfehlungen ließen auch nichts an Klarheit zu wünschen übrig.
Nun ist er von langem Leiden erlöst. Wir trauern um Karl Heißmeyer. Wir wünschen seiner Familie viel Kraft in diesen schweren Stunden. Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Hameln-Pyrmont werden ihm ein ehrenden Andenken bewahren.