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BIld Foto: SPD Hameln-Pyrmont

Der Weihnachts-Countdown aus unserer Sicht - SPD Hameln-Pyrmont

Ab heute finden Sie hier, auf unserem YouTube-Kanal und auf Facebook unseren lebendigen Adventskalender. Lassen Sie uns trotz aller Corona-Umstände weiter zusammenhalten und uns den Herausforderungen dieser Zeit stellen. Ein kleiner Beitrag soll dieser Weihnachtscountdown sein und jeden Tag ein bisschen Freude bereiten. Bleiben Sie also dran, wir hören uns!
https://youtu.be/7HifjV0oKBY

01.12.2020 | Einleitung | Barbara Fahncke



Liebe Hörerinnen und Hörer,

ja, dieses Jahr war und ist noch immer etwas ganz Besonderes. Sowas wie Corona hätte ich nie erwartet. Nach einem anfänglichen Schock im Frühjahr, einem zwar anderen aber schon normaleren Sommer folgt nun ein weiterer Lock down im Herbst und Winter.

Wir alle zusammen vermissen wohl am meisten die menschlichen Kontakte zu unseren Freunden, Familie und Verwandten. Das trifft besonders die alten und ganz jungen in unserer Gesellschaft. Für Sie müssen wir nun da sein, uns solidarisch so verhalten, dass wir zusammen Weihnachten feiern können und uns im nächsten Jahr wieder so normal wie möglich begegnen können. Normal ist auch mein Stichwort für heute. Kein Advent ohne Adventskalender haben wir von der SPD uns dieses Jahr gedacht. An dieser Stelle sind Sie gut aufgeheben, denn hier gibt es unseren Adventskalender zum Anhören. Bis zum 24. Dezember finden sie hier jeden Tag eine kleine Geschichte, ein kleines Gedicht. Immer aber mit Bezug zu unserer Partei vor Ort, durch verschiedene Leserinnen und Leser aus dem Weserbergland.

Lassen Sie uns trotz aller Umstände weiter zusammenhalten und uns den Herausforderungen der Zeit stellen. Ein kleiner Beitrag soll dieser Weihnachtscountdown sein und jeden Tag ein bisschen Freude bereiten. Bleiben Sie also dran, wir hören uns!


https://www.youtube.com/watch?v=Gmy3Qtx1w1k&feature=youtu.be

02.12.2020 | Sünnerklaas (von Johann Beyer) | gelesen von Tomke Meier


Sünnerklaas
Johann Beyer

Nu kiek ins, wo is de Himmel so rood!
Dat sünd de Engels, de backt dat Brood,
se backt de Wiehnachtsmann sien Stutenför all de lüttje Leckersnuten.
Nu gau de Teller unner ‘t Bedd, un leggt jo hen un weest recht nett!
De Sünnerklaas steiht vör de Dör,
de Wiehnachtsmann, de stüürt hum her.
Wat de Engels backt hebb’n, dat söl’n ji prober’n, un smeckt jo dat good, so höört se dat geern.
Un de Wiehnachtsmann lacht: „Nu backt man mehr!” Och, wenn ‘t doch man eerst Wiehnachten weer!


https://youtu.be/nBKGQgykWJw

03.12.2020 | Die Wahrheit über rote Socken – himmlisch | gelesen von Heike Beckord


Alle im Himmel waren schon dran gewöhnt. Jeden Werktag von 7.00 Uhr bis 12.00 Uhr saß August Bebel auf seiner Wolke; scheinbar untätig ließ er die Beine baumeln. Das Beste sei, man ließe ihn in Ruhe, hieß es.

Und so war es auch. Er schaute hinab auf die Erde, als suche er etwas Bestimmtes. So vergingen viele, hunderte, ja tausende von Werktagen. Seine Stimmung verschlechterte sich ständig. Auch die von ihm sonst so geschätzten Diskussionsrunden mit anderen Sozis der ersten Stunden heiterten ihn nicht nachhaltig auf. Kontakte mit Marx, Mao, Lenin und Genossen lehnte er sowieso ab. Einzig Rosa konnte noch ein kleines Lächeln auf sein Gesicht zaubern.

Petrus, Vorsitzender des himmlischen Wohlfühlausschusses, wurde der Sachverhalt vorgetragen. Wenn hier nicht Abhilfe geschaffen wird, kriegen wir ein Problem mit dem himmlischen Frieden, erkannte er. Denn so zerstritten das rote Lager auch war, gab es eine Chance den Kapitalisten eins auszuwischen, standen sie zusammen wie ein Mann.

Klug, wie Petrus war, lud er Rosa zum Tee ein. Was er, Petrus, denn tun könne um das Befinden des guten Mannes zu verbessern, fragte er nach. „Das Problem kennen sie doch auch, Petrus“, begann sie diplomatisch. „Wenn von einer guten Idee so wenig bleibt, wie kann man da fröhlich sein?“ Petrus schämte sich ein wenig ob der Parallele. Fünf Kekse weiter bei der zweiten Tasse Tee ließ ihn Rosa von der Angel. „Sehen sie, sie haben da ein ganzes Imperium etabliert, ich glaube, August würde es schon freuen, wenn sich ein paar Genoss*innen mehr als rote Socken outen würden.

Und so kam es dann auch.


https://youtu.be/kjDFDc6VUxY

04.12.2020 | eine kleine Geschichte | gelesen von Sven Sattler


Eine kleine Geschichte über unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und was alles möglich ist.


https://youtu.be/MicwT83Jbrg

05.12.2020 | Nadelbäume in Diensträumen | gelesen von Gabriele Lösekrug-Möller


In diesem Jahr stellt Corona die Politik vor so viele neue Entscheidungssituationen, dass die Bevölkerung, sozusagen der Endverbraucher, gelegentlich ratlos ist, wie denn eine Empfehlung oder gar Anordnung zu befolgen ist. Es überrascht insofern nicht, dass diese Unübersichtlichkeit verstörende Auswirkungen hat. Zweifel an Kompetenz und Entscheidungskraft unserer Politiker*innen kommen auf und auch die umsetzenden und ausführenden Behörden werden zunehmend kritischer gesehen.

Als wäre Corona alles. Als wenn es nicht ohne die Pandemie große, ja drängende Fragen zu beantworten gäbe, wie zum Beispiel die Handhabung und Verwendung von Nadelbäumen in Diensträumen – eine in traditioneller, sicherheitsmedizinischer, politischer, religiöser und – nicht zuletzt auf Grund des Gleichbehandlungsgesetztes – antidiskriminierender Hinsicht große Herausforderung.

Mir liegt der Fortschreibungsentwurf der Arbeitsorganisationsrichtlinie über die Handhabung und Verwendung von Nadelbäumen kleineren und mittleren Wuchses, die in Diensträumen Verwendung als Dienstweihnachtsbäume finden (ArbORichtl. Dwbm, Fassung vom 1. Dez.1980) vor.

Sie umfasst 4 Paragrafen, die die Definition (§1), das Aufstellen (§2), die Behandlung und Beleuchtung (§3) und abschließend das Aufführen von Krippenspielen und Absingen von Weihnachtsliedern (§4) regeln.

Ohne Frage muss der Paragraf 4 (Aufführen von Krippenspielen und Absingen von Weihnachtsliedern) coronakonform gestaltet werden. Der Vorschlag sieht hier ein ausgewähltes Angebot an Weihnachtsliedern auf dem behördeneigenen Netzwerk vor. Auf Angebote darstellender Kunst wird verzichtet.

Klimapolitisch korrekt wird nun auch in den Paragrafen 2 und 3 der Schwerpunkt auf wiederverwendbare künstliche Weihnachtsbäume unter Verwendung energiesparender Lichterketten gelegt.

Eine Evaluation ist vorgesehen. Frohes Fest!


https://www.youtube.com/watch?v=aE8Rx6XDVvo&t=2s

07.12.2020 Little Christmas Gedicht | gelesen von Swen Fischer


1.

When the last Kalendersheets
Flattern through the winterstreets
Dezemberwind ist blowing
Then everybody is knowing
That it is not allzuweit
She does come the Weihnachtszeit.

2.

All the menschen, leute, people
Flippen out of ihr warm stüble
Run to Kaufhof, Aldi, Mess
Make konsum und business,
kaufen this und jene things
Und the churchturmglocke rings.

3.

Manche holen sich a tännchen
Wenn this brennt, they cry „Attention“
Rufen for the feuerwehr
„Please come quick to löschen her!“
Goes the tännchen off in rauch
They are standing on the schlauch.

4.

In the kittchen oft he house
Mother makes the weihnachstsschmaus.
She ist working, schufts and bakes
The hit is now her joghurtkeks.
And the opa says als tester
„We are killed bis to silvester“.
Then he fills the last glas wine-
Yes, this ist he christmastime!

5.

Day by day is so vergang
And the holy night does come.
You can think, you can remember
This is immer im Dezember.

6.

Then the childrenlein are coming
Candle-wachs is abwärts running.
Bing of Crosby Christmas sings
While the Towerglocke rings
And the angles look so fine
Wenn, this is the weihnachststime.

7.

The family begins to sing
And wieder does a glöckchen ring.
Zum song vom grünen Tannenbaum
The tränen rinnen down and down.
Bis our mother plötzlicht flennt
„The christmas-gans im ofen brennt!“
Her nose indeed is very fine
ENDE OF THE WEIHNACHTSTIME



https://youtu.be/sf3MzBCvNx0

07.12.2020 | Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Bringt er wirklich die Geschenke? | gelesen von Dominic Petters


Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. Es gibt aber ca. 300°000 Spezies von lebenden Organismen, die noch nicht klassifiziert werden konnten. Daher ist es durchaus möglich, dass es auch fliegende Rentierte gibt, die bisher aber nur der Weihnachtsmann gesehen hat.

Kommentar vom Weihnachtsmann:
Der magische Goldstaub an den Hufen bewirkt, dass wir fliegen können.

Es gibt auf der Welt ca. 2 Milliarden Kinder. Da der Weihnachtsmann aber nur die christlichen Haushalte beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf ca. 15%, d.h. 378°Mio. Kinder. Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Familie ergibt das ca. 92 Mio. Haushalte.

Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Arbeitstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Ost nach West reist. Damit ergeben sich 822,6 Besuche/p.sek. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden Haushalt 1/1000 Sekunde Zeit: einparken, aussteigen, Schornstein runterklettern, Socken füllen, restliche Geschenke verteilen, Schornstein wieder raufklettern und ab zum nächsten Haus.

Dies und mehr zugrunde gelegt bedeutet, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1 040 km pro sek. fliegt, also mit 3 000-facher Schallgeschwindigkeit. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro Stunde.

Kommentar vom Weihnachtsmann:
Oh ihr Ungläubigen! Natürlich hat der Weihnachtsmann viele Helfer, so zum Beispiel Väterchen Frost oder Befana. Ganz oft bringt auch das Christkind die Geschenke. Und alle, die für Geschenke sorgen, wissen, dass die übliche Zeitrechnung nicht funktioniert, dass kein Weg zu weit ist. Fragt mal Mütter und Väter!


https://youtu.be/a_YCkQ7igQY

08.12.2020 | Die vier Kerzen | gelesen von Karin Echtermann


Die vier Kerzen

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte:
„Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht.“
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte:
„Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“
Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.

Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort:
Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie liebhaben sollen.“
Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte:
„Aber, aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“
Und es fing an zu weinen.

Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort:
„Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.“

Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter an.


https://youtu.be/0VDzyGabr5E

09.12.2020 | Das Paradox unserer Zeit | gelesen von Bernhard Wagner


Das Paradox unserer Zeit ist:

Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten.

Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude.

Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.

Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus, wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft. Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt. Wir haben den Jahren Leben hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns.

Wir machen größere Dinge, aber keine besseren. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.

Wir haben gelernt schnell zu sein, aber wir können nicht warten.

Advent ist Warten. Besinnen wir uns in diesem Warten. Auf Gutes. Und fangen wir jetzt damit an!


https://youtu.be/w0scARWKmpQ

10.12.2020 | Warum trägt der Weihnachtsmann einen roten Mantel? | gelesen von Marcus und Salia Flügel


Warum hat der Weihnachtsmann einen roten Mantel an?

An einem Ort vor unserer Zeit lebte ein alter Mann, dessen größte Freude darin bestand, mit kleinen Geschenken seinen Mitmenschen Gutes zu tun. Das machte ihn sehr beliebt.

Nun verbreitete sich die Kunde über diesen Wohltäter schnell im ganzen Lande. Und schneller als eine Brieftaube fliegen kann, wussten Groß und Klein über die milden Gaben.

Doch wie das so ist mit der Weitergabe von Informationen und Geschichten, lange Wege verändern den Inhalt. Die Geschenke wurden beim Erzählen immer größer, ihr Wert stieg ins Unermessliche. So wurden aus Nüssen und Äpfeln goldene Ringe und Brillanten. Und das nicht nur gelegentlich, sondern jeden Tag.

Es wird niemanden wundern, dass alle, die von diesem Segen hörten, auch etwas davon haben wollten. Also was tun? Es gab keine genauen Ortsangaben, nur wage Beschreibungen wie: In der Nähe von Himmelstür, nördlich von Wolkenhausen, gleich hinter Bad Engelskirchen oder kurz vor Heiligenhafen.

Auch zur Person gab es keinerlei konkrete Angaben. Mal war er groß, mal war er klein, dann wieder dick und ein andermal gertenschlank. Hatte er mal lange graue Haare und einen weißen Bart, war er ein andermal glatt rasiert und schwarzhaarig. Also konnte man ihn weder sicher finden, noch genau erkennen. Es kam sogar vor, dass das Fachsimpeln über Ort und Person in handfesten Streitereien endete, zu Beulen und blauen Augen führte.

Und da Geschichten nicht nur in eine Richtung erzählt werden, hörte auch der Wohltäter davon. Das betrübte ihn und seine Freude an den kleinen Geschenken nahm Schaden.

So sollte und konnte es nicht weitergehen. Das Beste wäre, so dachte er, ich höre ganz damit auf. Keine Geschenke, keine Gerüchte, kein Streit.

Doch gerade in diesem Augenblick zupfte ein kleines Mädchen an seinem Jackenzipfel. Es war Auguste Bebel, er kannte sie gut. Sie lebte mit ihren vielen Geschwistern in ganz kleinen und bescheidenen Verhältnissen. „Du siehst so traurig aus“, sagte sie und setzte sich neben ihn.

Ja, dachte er, das bin ich auch. Und eh er sich versah, hatte er Auguste alles erzählt. Eine Weile saßen sie still nebeneinander, Dann holte Auguste tief Luft und sagte „ich weiß, wie’s geht. Hör zu:

Als erstes musst du aufhören, jeden Tag etwas zu verschenken. Da blickt ja keiner mehr durch. Schließlich wurde der Geburtstag auch nur deshalb erfunden, damit jeder weiß, wann er genau mit Geschenken rechnen kann, nämlich an einem festgesetzten Tag einmal im Jahr. So machst du das auch. Gleich ab heute.

Nun das Wichtigste überhaupt: Du musst dich unverwechselbar machen. Am besten durch ein originelles Outfit. Ich schlage vor: Stiefel, langer roter Mantel mit Kapuze und als I-Tupfen einen großen Sack für deine milden Gaben. Dann solltest du einen Teil der Schenkerei delegieren, an Double. Das organisiere ich.“

Auguste war nicht mehr zu bremsen. Und mit ihrem Eifer hatte sie alle trüben Gedanken des alten Mannes vertrieben. Er strahlte über das ganze Gesicht.

„Wann fangen wir an?“ fragte er. „Am besten heute“, erwiderte Auguste. “Was haben wir denn für ein Datum?“

„Heute ist der 24. Dezember,“ antwortete der Weihnachtsmann.



https://youtu.be/ixrK8p5Wq60

11.12.2020 | Wachsen und Leben | gelesen von Waltraud Ahrens


Als Maria und Josef in den Stall von Bethlehem gegangen waren, sahen sie draußen vor der Tür ein winzig kleines Tannenbäumchen stehen. Der Wind hatte seine Äste zerzaust, und die Tiere hatten an seinen grünen Nadeln gefressen. Maria beugte sich zum Bäumchen herunter und streichelte seine dürren Zweige. Da reckte und streckte sich das Bäumchen, es richtete sich auf und begann zu wachsen und wurde auf einmal zu einem schönen grünen Baum.

Ist das wirklich wahr? Wahr und auch wieder nicht. Natürlich ist das nicht so passiert, wie es sich die Leute erzählen; dennoch steckt etwas Wahres in der Geschichte. Jemand, der allein ist, der unbeachtet von den anderen am Rande lebt, kann nicht richtig wachsen und leben und froh sein. Nur wenn wir uns umeinander kümmern, einander helfen, einander liebhaben, können wir glücklich und zufrieden leben.

(aus einem Weihnachtsbrief der Brücke e.V.)


https://youtu.be/mhoLkabDliw

12.12.2020 | Säugling im Stall gefunden | gelesen von Wilfried Hartmann


Säugling im Stall gefunden

Schreiner aus Nazareth und unmündige Mutter vorläufig festgenommen

Bethlehem, Judäa

In den frühen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten Bürger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstützt wurden, einen Säugling, der von seiner erst 14-jährigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der später als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstützt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten Ausländern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

Festgenommen wurden auch die drei Ausländer, die sich als weise Männer eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen über die Herkunft dieser drei Männer, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgeführten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

Der Aufenthaltsort des Säuglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle Klärung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf Rückfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nichtvolljährig. Wir prüfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen. Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zu medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. Weil sie behauptet, sie wäre noch Jungfrau und der Säugling stamme von Gott, wird ihr geistiger Zustand näher unter die Lupe genommen. In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu führt, dass - wie in diesem Fall - ein Neugeborenes gefährdet wird, muss man diese Leute als gefährlich einstufen.

Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden Ausländern verteilt wurden, vor Ort waren, trägt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können.

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten übereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einemweißen Nachthemd mit Flügeln (!) auf dem Rücken befohlen hätte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstaghoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: Das ist so ziemlich die dümmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe.



https://youtu.be/LR9MBkhv4bY

13.12.2020 | Alle Jahre wieder | gelesen von Uli Watermann


Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder, genau das verbinden wir mit Weihnachten. Alle Jahre wieder Stress mit Geschenken und Feiern. Der Count-Down beginnt schon im September, wenn in den Supermärkten die ersten Dominosteine und Lebkuchen zum Verkauf stehen. Aber da ist ja noch soviel Zeit! Außerdem ist es ein Unding, kurz nach den Sommerferien schon Weihnachtssüßigkeiten!!!

Im Oktober haben wir alle sowieso genug zu tun. Und nun auch noch Corona! Erinnern sie sich noch? Da wurde über eine zweite Welle gesprochen, die soweit weg schien wie Heiligabend. Im Laufe des Monats mussten wir allerdings erkennen, dass die Infektionszahlen stiegen und bei einigen die Einsicht in notwendige Verhaltensweisen sank. Außerdem war Wahlkampf in den USA. Mit anderen Worten, wir waren voll beschäftigt!

Die Blätter fielen, aber die Infektionszahlen sanken nicht gleichermaßen, im Gegenteil. Inzwischen gab es neben den Süßigkeiten schon erste Adventskalender in den Geschäften, die USA hatte immer noch nicht gewählt und wir hatten genug mit unseren täglichen Geschäften zu tun.

Anfang November begannen dann der zweite Lockdown. Und da ahnten schon viele, dieses Weihnachtsfest wird bestimmt nicht so wie jedes Jahr.

Recht hatten und haben sie. Dieses Weihnachten 2020 ist besonders. Viele Rituale werden nicht funktionieren, viel Gewohntes wird es nicht geben. Schade, werden viele denken.

Doch darin liegen auch eine Chance. Wir können prüfen, was wichtig oder unwichtig ist. Wir können neu aufeinander zugehen, wenn auch mit Abstand. Und wir können uns Zeit nehmen für uns.

Ob das gelingt? Bestimmt, Schließlich haben die Amerikaner ja auch eine gute Entscheidung getroffen.


https://youtu.be/URoGzChSNYo

14.12.2020 | Hektik, Stress und Tannenbäume | gelesen von Birgit Poppe


Hektik, Stress und Tannenbäume

Hektik, Stress und Tannenbäume,
wo sind da die Zwischenräume
für die Botschaft des Advent?
Gut, wenn man und frau sie kennt.

Teilen, geben, Danke sagen,
das steht an in diesen Tagen.
Wenn nicht jetzt, wann dann
fangen wir das an?

Ruhe, Frieden, Menschlichkeit
sind Gebote dieser Zeit.
Wenn nicht jetzt, wann dann
fangen wir das an?

Sterne, Kerzen, Weihnachtsbäume,

Glück, erfüllte Kinderträume

und ein gutes Neues Jahr

ja, das wäre wunderbar!


https://youtu.be/RU6709Nf4fg

15.12.2020 | Heute gibt´s keine Unterlagen | gelesen von Hartmut Binder


Heut gibt’s keine Unterlagen

Heut‘ gibt’s keine Unterlagen,
Protokolle, die uns plagen,
keine Tagesordnung droht
außerdem ist Wahlverbot.

Nichts von alledem ist dran,
denn bald kommt der Weihnachtsmann.

Keine Sitzung kann uns zwicken
kein Beschluss ist abzunicken,
niemand muss den Vorsitz machen,
keiner über Mehrheit wachen.

Nichts von alledem ist dran,
denn bald kommt der Weihnachtsmann.

Haushaltslöcher, Wirtschaftspläne,
wo gehobelt, fallen Späne,
sparen, streichen, strecken, schieben
… und wo ist das Konzept geblieben?

Nichts von alledem ist dran,
denn bald kommt der Weihnachtsmann.

Nein, wir dürfen auch mal ruhn,
Füße hoch und gar nichts tun.
Ein paar Tage freie Zeit
locken in der Weihnachtszeit.

Endlich sind wir auch mal dran,
denn bald kommt der Weihnachtsmann.


https://youtu.be/I41KBE4VI4U

16.12.2020 | Weihnachtsmäuse (James Krüss) | gelesen von Alexandra Bruns


Die Weihnachtsmaus ist sonderbar –
sogar für die Gelehrten.
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem Mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
– bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bisschen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.


https://youtu.be/_YZ-Oybiv9o

17.12.2020 | Wie Ochs und Esel zur Krippe im Stall von Bethlehem kamen (Eckhard Leyser) | gelesen von Johannes Schraps


Wie Ochs und Esel zur Krippe im Stall von Bethlehem kamen von Eckhard Leyser

„Das wird wohl nicht einfach werden“, sagte sich Erzengel Michael und strich sich sorgenvoll über seine wallenden Locken. Er war eigens vom Erzengel Gabriel beauftragt worden, passende Tiere für den Stall zu bestimmen. Die Zeit drängte, denn die Geburt des kleinen Jesuskindes im Stall von Bethlehem stand kurz bevor. Die Hirten wie auch die drei Weisen aus dem Morgenland waren bereits unterwegs, um dem Stern von Bethlehem zu folgen, der sie zu dem Kind in der Krippe führen würde.

Erzengel Michael rief sogleich alle Tiere aus dem Umkreis zu sich, um eine Entscheidung zu treffen.

Als erster drängte sich der Löwe vor. „Ich bin der König aller Tiere und habe vor nichts Angst!“ Zum Beweis brüllte er kräftig wie es nur ein richtiger Löwe kann, so dass Engel Michael zusammenzuckte. „Ich zerreiße jeden, der dem Jesuskind zu nahe kommt!“, bekräftigte der Löwe zusätzlich. Aber Erzengel Michael schüttelte den Kopf, denn das war ihm doch zu gefährlich. Niemand sollte schließlich Angst haben oder sein Leben verlieren, wenn er die Krippe aufsuchen wollte. Er lobte den Löwen für seine Kraft und seinen Mut, betonte aber, dass alle Besucher beim Jesuskind willkommen seien und keine Angst bekommen dürften.

Er wandte sich dem Affen zu, der gleich seine Gewandtheit und Schnelligkeit vor Augen führte und flink herumturnte. Erzengel Michael zeigte sich beeindruckt, doch das war ihm viel zu unruhig.

„Nehmt doch mich“, sagte der Fuchs. „Ich bin ein raffinierter Dieb und kann für das Jesuskind alles stehlen, was es braucht!“ Doch ein solch sündhaftes Verhalten kam für Erzengel Michael überhaupt nicht in Frage. Er wies den Fuchs energisch in die Schranken und forderte ihn auf, künftig auf ehrliche Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Nun trat der Hofhund des Stallbesitzers nach vorne. „Ich bin ein guter Wachhund und habe schon einige Diebe verjagt“ sagte er voller Stolz. „Das zählt hier nicht“, gab Erzengel Michael zurück. „Hier müssen keine Diebe verjagt werden! Aber mach du nur weiterhin deine gute Arbeit.“ Leise schlich sich nun die Hauskatze nach vorne. Sie sagte in ihrem miauenden Singsang „Ich habe ein sanftes Gemüt und würde das Jesuskind abschlecken, bis es ganz sauber ist!“ Erzengel Michael schüttelte sich. „Das ist sicher gut gemeint, liebe Katze, aber das Jesuskind abschlecken, das geht nun wirklich nicht!“ In der Folge stellten sich noch viele andere Tiere vor, darunter auch eine Schlange, ein Mäuslein, eine Giraffe und ein Elefant. Die beiden letztgenannten waren eindeutig zu groß für den kleinen Stall. Sie hätten nicht einmal durch die Tür gepasst. Die Schlange hätte wohl zu große Angst ausgelöst und ein Mäuslein wäre wohl auch nicht passend gewesen. Die Schafe wollten lieber bei ihrer Herde bleiben und der Ziegenbock roch einfach zu streng. Aber Erzengel Michael fand für alle aufmunternde Worte, denn jedes Tier ist ein Geschöpf Gottes.

Schließlich wandte sich Engel Michael dem Ochsen und dem Esel zu, die ganz hinten standen und sich gar nicht nach vorne getraut hatten.

„Kommt doch einmal her“ forderte sie Erzengel Michael freundlich auf. „Warum habt ihr euch nicht vorgestellt? fragte er. „Ach Erzengel Michael,“ antwortete der Esel. „Wir haben nichts gelernt und können nur Lasten tragen und Karren ziehen. Wir jagen auch niemandem Angst ein, denn wir sind friedvolle bescheidene Geschöpfe.“ Der Esel ließ traurig seine Ohren hängen und auch der Ochse sah ganz betrübt aus.

„Ihr seid doch genau richtig“, rief Erzengel Michael freudestrahlend und klatschte in die Hände. „Das Jesuskind liebt ganz besonders die Sanftmut, die Demut und die Bescheidenheit und es hat ein Herz für alle Leidenden! Kommt nach vorne zur Krippe und leistet dem Jesuskind Gesellschaft! Gleich wird der Heiland geboren und in der Krippe liegen!“ Erzengel Michael segnete zum Abschluss Menschen und Tiere und kehrte mit rauschendem Flügelschlag wieder in den Himmel zurück.

Und so kam es, dass auch heute noch, über 2000 Jahre später, weltweit Ochs und Esel an der Krippe stehen und in harmonischer Eintracht mit den Hirten, den drei Weisen aus dem Morgenland sowie Maria und Joseph dem neu geborenen Jesuskind huldigen.


https://youtu.be/RlsTKZAItAM

18.12.2020 | Ein Schüleraufsatz zum Advent | gelesen von Ruth Leunig


Ein Schüleraufsatz zum Advent
Der Advent ist die schönste Zeit im Winter. Die meisten Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber. Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung und man schreibt sie mit K.

Drei Wochen bevor das Christkind kommt, stellt der Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen mithelfen.
Viele Krippen sind langweilig, aber die unsere nicht, weil wir haben mordstolle Figuren darin. Ich habe einmal den Josef und das Christkind auf den Ofen gestellt, damit sie es schön warm haben und es war ihnen heiß. Das Christkind ist schwarz geworden und den Josef hat es in lauter Trümmer zerrissen. Ein Fuß von ihm ist bis in den Plätzchenteig geflogen und es war kein schöner Anblick.
Meine Mama hat mich geschimpft und gesagt, dass nicht einmal die Heiligen vor meiner Blödheit sicher sind.
Wenn die Maria ohne Mann und ohne Kind rumsteht, schaut es nicht gut aus. Aber ich habe Gott sei Dank viele Figuren in meiner Spielkiste und der Josef ist jetzt Donald Duck. Als Christkind wollte ich Asterix nehmen, weil der ist als einziger so klein, dass er in den Futtertrog gepasst hätte. Da hat meine Mama gesagt, man kann doch keinen Asterix als Christkind nehmen, da ist das verbrannte Christkind noch besser. Es ist zwar schwarz, aber immerhin ein Christkind.
Hinter dem Christkind stehen zwei Ochsen, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Saurier habe ich hinein estellt, weil die Ochsen und der Esel waren mir allein zu langweilig. Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher. Ein König ist dem Papa im letzten Advent beim Putzen heruntergefallen und er war total hin. Jetzt haben wir nur noch zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz.
Normal haben die heiligen Könige einen Haufen Zeug für das Christkind dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Pürree oder so ähnlich. Von den unseren hat einer anstatt Gold ein Kaugummipapier dabei, das glänzt auch schön. Der andere hat eine Marlboro in der Hand, weil wir keinen Weihrauch haben. Aber die Marlboro raucht auch schön, wenn man sie anzündet. Der heilige Batman hat eine Pistole in der Hand. Das ist zwar kein Geschenk für das Christkind, aber damit kann er es vor dem Saurier beschützen.
Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein Engel. Dem Engel ist ein Fuß abgebrochen, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt. Rechts neben dem Stall haben wir das Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Bier für die Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lauert hinter dem Baum ein Bär als Ersatzwolf hervor.
Mehr steht nicht in unserer Krippe, aber das reicht voll.
Am Abend schalten wir die Lampe an und dann ist unsere Krippe erst so richtig schön. Wir sitzen so herum und singen Lieder vom Advent. Manche gefallen mir, aber die meisten sind mir zu langweilig.
Mein Opa hat mir ein Gedicht vom Advent gelernt und es geht so:
"Advent, Advent, der Bärwurz brennt,
Erst trinkst ein, dann zwei, drei, vier,
dann haut es dich mit dem Hirn an die Tür!"
Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat Mama gesagt, dass ich es mir nicht merken darf.
Ehe es man sich versieht, ist der Advent vorbei und Weihnachten auch und mit dem Jahr geht es auch dahin.
Die Geschenke sind ausgepackt und man kriegt vor Ostern nichts mehr, höchstens man hat vorher Geburtstag.

Aber eins ist gewiss: Der Advent kommt immer wieder.


https://youtu.be/rJ3xUgN2jGI

19.12.2020 | In der Weihnachtszeit frohlocken | gelesen von Wilfried Binder


In der Weihnachtszeit frohlocken

In der Weihnachtszeit frohlocken
rote wie auch andere Socken.

Für alle, die den Gruß nun sehn
Solln diese Tage nett vergehen.

Auch Grünen, Gelben, Schwarzen, Blauen
Soll niemand Weihnachten versauen.

Nun ruht Euch aus und feiert schön,
denn nächstes Jahr soll’s weitergehn
mit Arbeit, Wahlen und so Sachen,
die roten Socken Freude machen.


https://youtu.be/Z1c01uyFkcA

20.12.2020 | Der Ochse findet keine Ruhe | gelesen von Sieglinde Patzig-Bunzel


Der Ochse findet keine Ruhe

Ein langes und hartes Leben hatte der Ochse hinter sich. Jeden Tag hatte er den Karren für seinen Herren gezogen, hatte ihm geholfen das Feld zu bestellen und hatte ihm auch sonst immer treu zur Seite gestanden. Nun hatte er sich einen ruhigen Lebensabend verdient. In dem schönen Stall hinter dem Haupthaus seines Herren durfte er diesen verbringen. Hier gab es immer frisches, wohlriechendes, leckeres Heu und weiches, kuscheliges Stroh. Sogar ein kleines Fenster hatte der Stall, durch das man den Mond und den Sternenhimmel betrachten konnte. So anstrengend das arbeitsame Leben des Ochsen gewesen war, so behaglich, wohlig und ruhig war es nun. Doch in dieser Nacht, sollte es um die Ruhe des Ochsens geschehen sein.

Zu einer ungewöhnlich späten Stunde betrat sein Herr den Stall „Das hier ist es, ein Bett steht zwar nicht darin, aber ihr habt es wenigstens warm und das Stroh ist frisch und warm!“ Einen Mann, eine Frau und einen Esel, hatte sein Herr dabei. „Vielen Dank! Das ist so nett von ihnen, wir waren schon ganz verzweifelt.“, sagte der Mann. Er führte den Esel zu dem Ochsen und der Ochse machte widerwillig ein bisschen Platz. Sein Herr verschwand und der Mann und die Frau breiteten Decken auf dem Stroh aus. Die Frau verhielt sich irgendwie seltsam. Sie ging gebeugt, klammerte sich immer wieder an ihrem Mann fest und erzeugte seltsame Geräusche. Bei den Geräuschen konnte der Ochse wirklich nicht schlafen. Irgendwann sagte sie „Geh nun besser hinaus Josef, es dauert nicht mehr lange!“, und der Mann verließ den Stall. Wie gerne hätte der Ochse auch den Stall verlassen. Doch ihn fragte ja keiner. Genauer beschreiben wollte der Ochse das was er nun sah im Nachhinein nicht. Nur eins erzählte er immer wieder: Leiser war die Frau dabei nicht geworden. An Ruhe war nicht zu denken.

Doch auch das alte Herz des Ochsens wurde weich, als er begriff welches Wunder da vor seinen Augen geschehen war. Plötzlich schrie da ein kleiner Mensch und durch das Fenster des Stalls schien, genau in dem Augenblick des ersten Schreis, der hellste und prächtigste Stern, den der Ochse je gesehen hatte. Da machte es auch fast nichts mehr aus, dass es mit der Ruhe in dieser Nacht nicht mehr besser wurde. Ständig kamen irgendwelche Leute in den Stall und fielen auf die Knie. Irgendwie war der Ochse auf seine alten Tage trotzdem froh, dass er das noch erleben durfte.


https://youtu.be/GRL6w-o4rZg

21.12.2020 | Weihnachtsbeleuchtung | gelesen von Daniel Meier


10 Uhr
In der Bundeszentrale der SPD, dem Willy-Brandt-Haus lässt die Vorsitzende Saskia E. durch einen Praktikanten drei Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Büros installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus. Die Freude ist groß.

10.14 Uhr
In der Anfahrt auf sein Büro im WBH beobachtet der Generalsekretär Lars K. die provokante Weihnachtsoffensive in der 5. Etage und kontert, kaum hat er sein Büro erreicht, mit der Aufstellung des zehnarmigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt in seinem Fenster. Nur wenige Stunden später erstrahlt das gesamte WBH im besinnlichen Glanz von 1345 elektrischen Fensterdekorationen.

19.03 Uhr
Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Berlin-Rummelsburg registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Wilhelmstraße/Stresemannstraße, ist aber zunächst noch arglos.

20.17 Uhr
Der Geschäftsführung der Liegenschaftsverwaltung der SPD gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogenfilmleuchten durch alle Bäume rund um das SPD-Haus an das Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.

20.56 Uhr
Der Betreiber von Willy’s, Alfons K. sieht sich genötigt, seinerseits einen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Dach das Laserensemble „Metropolis“, das zu den Leistungsstärksten Europas zählt. Die 40 Meter hohe Fassade des gegenüberliegenden Theaters hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch zerbröckelt. Es entsteht kein Personenschaden. Das Theater ist wegen Corona geschlossen.

21.30 Uhr
Im Trubel einer (verbotenen) Julklappfeier im Kohlekraftwerk verhallt das Alarmsignal aus Generatorenhalle 5.

21.50 Uhr
In den Parteizentralen in Berlin gehen Mails, Anrufe und Simsen ein, warum, z.B. eine so christliche Initiative nicht aus den eigenen Reihen kommt, wer den Beginn des Advent verpennt hat, ob man/frau das nicht auch als Dezemberaktivität von jedwedem religiösen Bezug lösen könne und warum mal wieder die Sozen anfangen. Aus verschiedensten Gründen rüsten nun alle auf.

22.50 Uhr
Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Rummelsburg. Der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

23.06 Uhr
In Berlin-Karlshorst schaltet eine ermattete Kanzlerin ihre Rheumadecke ein.

23.12 Uhr
In die plötzliche Dunkelheit der Bundeshauptstadt Berlin bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Berlin-Rummelsburg. Durch die stockfinstere Großstadt irren verstörte Menschen, Menschen wie du und ich, denen eine Kerze auf dem Adventskranz nicht genug war.

(Frei nach Stenkelfeld, Weihnachtsbeleuchtung von H. Wehmeier)


https://youtu.be/BjV_rfu4ZZg

22.12.2020 | Advent | gelesen von Bettina Schultze


Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus: den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

(Rainer Maria Rilke)


https://youtu.be/_5cuYFv86pQ

23.12.2020 | Die neue Weihnachtszeit | gelesen von Constantin Grosch


Die neue Weihnachtszeit

Laute Zeit, so plötzlich leise
Weihnachtsbuden sterben aus.
Zu den kleinen, braven Kindern
kommt per Skype der Nikolaus.

Lass uns auf die Böden steigen
Oma´s Krippe steht noch hier.
Hunderte Sterne lasst uns falten
wie vor 60zig Jahrn´- aus Glanzpapier.

An den Pforten abgegeben
schmücken sie bald jedes Heim.
An den Fenstern stehn´ die Alten,
fühlen sich noch mehr allein.

Heiligabend, vor den Heimen
Kirchenchor mit Abstand singt
und ganz plötzlich fallen Flocken,
wie von Geisterhand bestimmt.

Hoch vom Dachismus werfen Schwestern
eilig Wattekugeln raus.
Glockenläuten, fern von Kirchen
alles sieht so friedlich aus.

Zitternd singen alte Stimmen:
"Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.."
Mit Masken rücken wir zusammen,
oh, du fröhliche, - verrückte Zeit!

Dagmar Grosch-Rieck


https://youtu.be/iJiZ1pABX6U

24.12.2020 | Vertraulich: Weihnachten: Berichtsfassung | gelesen von Tomke und Daniel Meier


Ursprungsversion (nach Lukas)

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Entwurfsfassung Bundesregierung

In jener guten alten Zeit hatte der Kaiser Augustus seine Untertanen zum Durchzählenlassen motiviert. Das war eine Innovation. Auch für den Nahen Osten. Die Volkszählung wurde soziometrisch fundiert. Jeder Mann hatte in seine Geburtsstadt zu gehen und seine Familie mitzunehmen.

Ursprungsversion (nach Lukas)

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

Entwurfsfassung Bundesregierung

Josef aus Galiläa begrüßte diese Initiative. Im Vertrauen auf die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme sucht er seinen Geburtsort, die Stadt Nazareth auf. Maria, seine Frau, nahm er natürlich mit. Sie war schwanger und freute sich schon auf das Betreuungsgeld.

Ursprungsversion (nach Lukas)

Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Entwurfsfassung Bundesregierung

Für die Reise standen ihnen weder öffentliche noch private komfortable Verkehrsmittel zur Verfügung. Glaubhaft hatte die Regierung belegt, dass sie dafür nicht verantwortlich sei. Also gingen sie in kleinen Schritten zu Fuß. Das dauerte, war aber gesund.

Sie erreichten Nazareth in guter Verfassung. Aus ihrer Sicht bedauerlich, waren alle Hotels und Pensionen belegt. Nach der klugen Reduzierung der Umsatzsteuer für dieses Gewerbe war es in dieser Branche zu einem grandiosen Boom gekommen. Josef und seiner Frau blieb nur eine nicht zertifizierte Garage. Das war suboptimal.

Gleichwohl tat der Spaziergang seine Wirkung und Maria konnte ganz natürlich entbinden. Weder Hebammenunterstützung noch ärztliche Begleitung waren erforderlich. Die Erstgebärende versorgte ihren Sohn sachgerecht und lagerte ihn den räumlichen Gegebenheiten angemessen.

Ursprungsversion (nach Lukas)

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe

und Friede auf Erden

bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Entwurfsfassung Bundesregierung

Zur gleichen Zeit und nicht weit entfernt schauten Biolandwirte nach ihren Galloways. Sie hatten am Abend an einer Qualitätskontrolle ihrer Obstbrände teilgenommen, was zu ausgeprägter Hellsichtigkeit geführt hatte.

Viele fremde Menschen waren ihnen in den letzten Tagen schon begegnet. Sie schlossen nicht aus, dass der Volkszählung eine noch klügere Politik zugrunde lag als Statistik: Begegnung mit dem Fremden, Integration und Völkerverständigung. Dies ging ihnen durch den Kopf als mehrere weiße Personen mit Flügeln auf dem Rücken über den Weiden schwebten und ihnen zuriefen, dass alles demnächst noch besser würde. Der Beweis sei angetreten. Ein besonderes Kind sei in Nazareth geboren. Mit Namen Jesus Christus. Während sie riefen uns sangen kamen immer mehr von ihnen dazu.

Ursprungsversion (nach Lukas)

Und als die Engel von ihnen in den Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in einer Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Entwurfsfassung Bundesregierung

Die Landwirte überprüften dies unverzüglich und gewissenhaft vor Ort und bestätigten diese ungewöhnliche Nachricht.

Wieweit übernatürliche Einflussnahme stattfand wird Gegenstand eines geplanten erfolgreichen Gipfels sein. Wie gewohnt wird die Regierung darüber tatsachengetreu berichten.